Aktuelle Tipps für herausfordernde Zeiten

Was Corona mit der Psyche macht und wie wir uns mit Stressmanagement helfen können.

Die Corona-Maßnahmen wirken sich auf die Psyche aus: Angst, Stress und Depressionen nehmen lt. Gesundheitsstudien zu. Was steckt dahinter und wie kann man sich schützen? Dr. Gabriele Lang, Psychologin und Expertin für die Entwicklung emotionaler Kompetenzen, beantwortet diese Fragestellungen im Interview mit den Regionalmedien (März 2021):

Was macht die soziale Isolation mit uns?

Je länger eine Krise anhält, desto belastender erleben es viele Menschen. Fehlende oder mangelnde Kontakte können zu gravierenden psychischen und körperlichen Auswirkungen führen wie z.B. Zeichen von Erschöpfung und Müdigkeit. Einige Studien in Zeiten der Pandemie berichten von einer signifikanten Steigerung von Schlafproblemen, Ängsten, aber auch depressiven Verstimmungen. Natürlich ist das Ausmaß der Belastung und der Auswirkungen körperlicher Distanz abhängig von Faktoren wie Alter, Familienstatus, Persönlichkeit wie Intro- oder Extroversion, dem erlebten Grad der Belastung und der persönlichen Fähigkeit zu Resilienz, also zu Widerstandsfähigkeit.

Welche Arten von Stress erleben wir in der Corona-Krise?

Als Stress bezeichnen wir Situationen, die als belastend und als schwer zu bewältigen erlebt werden. Erleben wir Situationen oder Menschen als stressend, reagiert unser Körper mit erhöhter Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortisol und Adrenalin. Damit versetzt sich der Körper in „Kampfbereitschaft“. Dauert die als bedrohlich erlebte Situation (selbst wenn nicht real, sondern als solche erlebt) über einen längeren Zeitraum an, ist es so, als würde ein Auto ständig „übertourig“ fahren. Es fehlen Entlastung, Phasen der Entspannung, innere Ruhe und es kommt zu Ermüdungserscheinungen, die à la longue gravierende körperliche und psychische Auswirkungen haben.

Was erleben wir in der Pandemie alles als Stress?

  • Mehrfachbelastungen wie Home-Schooling
  • Remote-Working ohne Kontakt zu den Kollegen
  • Umgang mit teilweise ungewohnten digitalen Medien
  • Angst vor Jobverlust oder tatsächliche gravierende finanzielle Auswirkungen
  • Geliebten Menschen außerhalb des eigenen Haushalts nicht nahe kommen zu können
  • Fehlende Möglichkeiten der Ablenkung vom Alltag wie Ausgehen, Urlaub, ins Fitnesscenter gehen
  • Angst vor Erkrankung und dem Tod
  • Angst vor Vereinsamung v.a., wenn man alleine lebt
  • Empfundene Perspektivlosigkeit
  • Verlust an Planungssicherheit etc.

Was sind die ersten Anzeichen, wie merke ich, dass das Stress-Level nun ein Bedrohlicher ist?

Ich erkenne Auswirkungen am besten an meinen Gefühlen und Körpergefühlen. Wenn ich ständig müde bin, nicht gut schlafe, mein Gedanken-Karussell nicht aufhört, Gefühle wie Ohnmacht und Ausgeliefertsein entstehen, mein Konsum von Essen, Alkohol, Süßem oder Streamingdiensten als gesundheitsgefährdend erlebt wird, spätestens dann sollte ich reagieren.

Gehen wir alle gleich mit Stress um? Welche Stresstypen gibt es?

Nein. Menschen haben über die Jahre gelernt, mit Stress in einer bestimmten Weise umzugehen, damit er erträglich wird. Wenn wir gelassen sind, können wir aus einem Repertoire an Verhaltens- und Kommunikationsweisen auswählen. Im Stress allerdings, wenn wir uns persönlich überfordert fühlen, haben wir meist ein Stress-Muster, das wir anwenden. Wir reagieren dann, wenn uns etwas zu viel wird, mit bestimmten Verhaltens- und Kommunikationsweisen. Im Stress gibt es kein besser oder schlechter hinsichtlich unterschiedlichen Stresstypologien. Jeder Stresstyp birgt allerdings auch Vorteile, was je nach Typ Entscheidungsfreude, Strukturiertheit, Kommunikationstalent sein kann.

Mit dem kostenlosen Stresstyp-Check von UP’N’CHANGE lernt man die Grundzüge des eigenen Stresstyps bereits in wenigen Minuten kennen. Entwickelt wurde dieser auf Basis unterschiedlicher Typologien, die den Tieren Tiger, Delphin, Biene und Schildkröte zugeschrieben werden. Ziel ist es herausfinden, was jeden von uns stresst, was uns motiviert und auch erste Tipps zu erhalten, wie man in Zukunft mit Stress besser umgehen kann.

Den eigenen Stresstyp zu kennen, ist der erste Schritt zur Besserung, um auch in stressigen Situationen gelassener zu bleiben. Kennt man auch den Stresstyp des Gegenüber ist die Interaktion bzw. Zusammenarbeit potenziell besser, da man sich auf die unterschiedlichen Typologien einlassen kann. Den lerne ich z.B. im Konflikt-Facilitator von UP’N’CHANGE kennen.

Mit welchen konkreten Methoden oder Ratschlägen lässt sich Stress mindern und mildern?

Sobald ich das Gefühl habe, ich kann etwas tun, ich bin handlungsfähig, wird die Situation besser. Aus der erlebten Ohnmacht in die Macht zum Handeln zu kommen, ist wichtig.

In stressigen Perioden ist einmal die Konzentration, der Fokus, auf das Hier und Jetzt notwendig, um den Druck von außen zu reduzieren: was ist genau jetzt, nicht in 5 Minuten oder 24 Stunden, sondern jetzt.

Atmen kommt eine essentielle Rolle zu, die oft vollkommen unterschätzt und belächelt wird. Ruhiges Atmen beruhigt den Körper und je länger ich das mache, desto mehr kann ich mir selber zu mehr Ruhe helfen.

Und positive Gedanken. Und wenn es nur darum geht zu überprüfen: was ist jetzt trotzdem noch gut, wofür bin ich dennoch dankbar, um sich aus der Negativspirale aufwärts zu bewegen. Man glaubt gar nicht, wie kritische Gedanken z.B. mir selber gegenüber, unglaublich viel Energie binden und mich hemmen. Einfach mal in sich hineinspüren und schauen, was ist.

Mitten in der Nacht, wenn ich alleine im Bett liege, sind vor allem diese ersten Schritte zur Selbsthilfe wichtig, um sich einmal zu stabilisieren. Deshalb haben wir auch die digiTools von UP’N’CHANGE entwickelt: als erster Schritt zum Weiterkommen, als Erste Hilfe, wenn ich gerade keine Zeit, limitierte finanzielle Ressourcen oder keinen Zugang zu persönlicher Hilfe habe.

Zu allererst heißt es, wieder zu Kräften kommen, um dann, wenn das nicht ausreicht, professionelle weitere Hilfe zu organisieren, egal ob digital, telefonisch oder persönlich. Diese Tipps sind Strohhalme in Phasen, die extrem anstrengend sind.

Wenn jeder Einzelne die Kraft mehr schätzt, die in einem steckt und sich selber mehr Verständnis entgegenbringt und zuwendet, würde Potenzial genutzt werden. Denn ich von außen kann niemanden zu etwas zwingen. Veränderung zum Besseren entsteht immer in einem Selbst.

In diesem Sinne wünsche ich Kraft und die richtigen Strohhalme zum Weiterkommen. Schritt für Schritt. So schnell wie möglich und so langsam wie notwendig.

Dr. Gabriele Lang

Wie ist dein Stresstyp? Wie kann ich mich entwickeln?

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